Kurzfassung: CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) verteuert kohlenstoffintensive Importe in die EU. Wenn die finanzielle Pflicht 2026 beginnt, zahlen Exporteure ohne belastbare Daten die hohen EU-Standardwerte. Die Vorbereitung muss jetzt starten.
Was genau ist CBAM?
CBAM ist ein Kernbaustein des European Green Deal. Ziel: die CO2-Kosten, die EU-Hersteller bereits über das EU-ETS tragen, auf Importe auszuweiten und so Carbon Leakage zu verhindern. Importeure müssen CBAM-Zertifikate in Höhe der eingebetteten Emissionen ihrer Ware kaufen.
Geltungsbereich
- Zement
- Eisen & Stahl (inkl. Schrauben, Bolzen u. Ä.)
- Aluminium
- Düngemittel
- Strom
- Wasserstoff
Der Geltungsbereich wird erweitert; organische Chemikalien und Polymere sind im Gespräch.
Zeitplan
- Übergangsphase (1.10.2023 – 31.12.2025): Nur Berichtspflicht, vierteljährlich.
- Volle Anwendung (ab 1.1.2026): Importeure müssen CBAM-Zertifikate kaufen. Freie EU-ETS-Zertifikate laufen parallel aus, CBAM-Last steigt.
- 2034: Vollständiger CBAM-Effekt.
Was Exporteure jetzt tun sollten
1. CO2-Fußabdruck messen
Genaue Scope-1- und Scope-2-Emissionen pro Produkt — basierend auf Zählerdaten, Rechnungen und Produktionsaufzeichnungen.
2. Datenstruktur aufbauen
Excel skaliert nicht. Die Strecke Zähler → ERP → Reporting muss automatisiert und auditfähig sein.
3. Externe Verifizierung vorbereiten
Ab 2026 müssen die Daten von akkreditierten Stellen verifiziert werden.
4. Reduktionspfad definieren
Energieeffizienz, PPAs, Elektrifizierung und Abwärmenutzung senken die Last — statt sie nur zu bezahlen.
Häufiger Fehler: "Ich nutze die Standardwerte"
Ohne reale Daten greifen EU-Standardwerte, die bewusst hoch angesetzt sind. Nicht messen heißt zahlen.
Der WorkyBe / ETTA-Ansatz
ETTA bündelt Verbrauchs-, Versorgungs- und Produktionsdaten und liefert produkt- und werksbezogene CO2-Bilanzen. WorkyBe macht Effizienzmaßnahmen über digitale Arbeitsaufträge nachvollziehbar.
Fazit
CBAM ist eine neue Wettbewerbsregel. Wer misst, reduziert und berichtet, behält den EU-Markt — wer wartet, zahlt den Standardwert-Aufschlag.